Backidee: Kirschknödel

Mein Koch- und Backfieber scheint nicht einreißen zu wollen- und das war bisher noch nie der Fall. Deswegen nutze ich die Gunst der Stunde, um neue Dinge auszuprobieren. Da ich eindeutig eher süß als salzig bin, gibt es auch heute wieder eine süße Rezeptidee. Als ich in der letzten Woche in Bayern war, konnte ich nur schwer den leckeren Germknödeln widerstehen, die dort an allen Ecken angeboten werden; Weizenmehl und eine Menge Hefe hielten mich davon ab. Aber es wäre ja gelacht, wenn es nicht auch dafür eine histaminarme Alternative geben würde. Auf Chefkoch habe ich mir ein einfach Zwetschgenknödel-Rezept herausgesucht und die Zutaten gegen verträgliche ausgetauscht. Und ich muss sagen: Sie sind wirklich wirklich lecker geworden. Und zwar so gut, dass ich mir morgen einen Vorrat backe, den ich einfrieren kann. 

Für 6-8 Knödel braucht ihr:

250 g Mehl
40 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Weinsteinbackpulver
1 Eigelb
150 ml lauwarme Milch
Sauerkirschen aus dem Glas (oder anderes verträgliches Obst)

Bei den Sauerkirschen unbedingt darauf achten, dass keine Zitronensäure enthalten ist. Leider ist das bei vielen Kirschen aus dem Glas der Fall. Bei Kaisers gibt es welche ohne von der Marke Naturkind, bei Rewe von der Eigenmarke JA.

Mischt alle Zutaten mit einem Mixer bis eine klebrige Masse entsteht. Anschließend den Teig auf eine mit Mehl bedeckte Fläche geben und so lange mit den Händen kneten, bis er nicht mehr klebt und sich gut formen lässt. Anschließend kleine Stücke abteilen, ausrollen und mit Kirschen füllen. Die Enden zusammenzwirbeln, so dass die Kirschen gut im Teig verschlossen sind. Die Knödel anschließend in leicht gesalzenes, kochendes Wasser geben und für 10 Minuten kochen. Besonders gut schmecken die fertigen Knödel mit zerlassener Butter, in Butter angebraten oder mit Vanillesoße.

Guten Appetit!





Histaminintoleranz: Akzeptanz und Besserwisser


Shirt und Rock: H&M | Schuhe: Zara | Tasche: parfois via Kleiderkreisel | Sunnies: Ray Ban

(Ich beschreibe eigene Erfahrungen und möchte zeigen, dass der Umgang mit seinen Mitmenschen als histaminintoleranter Mensch manchmal nicht leicht ist. Ich möchte weder Person angreifen oder beschuldigen noch möchte ich mich in irgendeiner Weise über mein Umfeld beschweren. Aber mit etwas mehr Verständnis würde es vielen von uns besser gehen. Die dargestellten Typen entsprechen meinen Beobachtungen, sind aber allgemein und überspitzt beschrieben).

Ich widme mich heute einem Thema, das wahrscheinlich alle Intoleranzgeplagten zwiegespalten sehen: Die Akzeptanz von Außenstehenden. Wir alle kennen wahrscheinlich diejenigen, die unsere Intoleranz akzeptieren und die anderen, die die Diagnose für Humbug halten. Weil mein Zustand als kleines Sensibelchen oft mit dem Verständnis und dem Umgang meiner Mitmenschen steht und fällt, beobachte ich die Reaktionen von Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen sehr genau. Dabei sind mir nicht nur zwei verschiedene "Typen" aufgefallen, sondern vier.

Typ 1: Der Verständliche
Der Typ, der uns allen wahrscheinlich am liebsten ist. Er akzeptiert die Intoleranz, versteht, dass man auf vieles verzichten muss und unterstützt einen bei ausbrechenden Symptomen. Gleichzeitig - so habe ich es beobachtet - informiert sich dieser Typ eigenständig über die Histaminintoleranz, um noch mehr Unterstützung zu bieten.

Typ 2: Der Bemitleidende
"Du tust mir so Leid", "Ach man, jetzt kannst du das auch wieder nicht essen" oder "Ich ess nicht in deiner Gegenwart, ich will dir ja nichts voressen" hört man von diesem Typen gerne. Und ganz ehrlich: Das nervt. Ich muss nicht mit Samthandschuhen angepackt werden, nur weil mein Speiseplan anders aussieht und ich mich einschränken muss. Denn dadurch fühle ich mich persönlich anders, ja sogar schon fast krank. Und das bin ich nicht. Ich denke, dass dieser Typ meistens selbst völlig überfordert mit der Situation ist und nicht weiß, wie man mit mir (und generell mit gehandicapten Menschen) umgehen kann. Für mich stellt das ein großes Problem im Umgang mit diesen Menschen dar. Aber wer weiß, vielleicht erkennen diese Leute ja ihre eigene Schwäche und können dann die Schwächen von anderen akzeptieren!?

Typ 3: Der Besserwisser
Der "Ich habe mal nachgeschaut und laut dem Internet kannst du das, das und das alles essen"-Typ. Ich erkenne es an, wenn sich jemand die Mühe macht, sich zu informieren. Was aber viele nicht verstehen: Nur, weil ein Lebensmittel als verträglich gekennzeichnet ist, wird es nicht automatisch von allen vertragen. Von diesem Typ bekommt man ständig (leider unqualifizierte) Vorschläge, wie man besser mit der Intoleranz umgehen kann, was man angeblich alles tolles essen kann usw. Dieses Engagement ist toll, aber die Intoleranz ist viel zu komplex, um verallgemeinert zu werden. Jeder Körper ist individuell, jeder verträgt andere Sachen...und es liegt mir sehr am Herzen, dass dieser Fakt verstanden wird.

Typ 4: Der Ungläubige
Eigentlich muss man dazu nichts weiter sagen. Dieser Typ hält die Histaminintoleranz schlicht und einfach für Einbildung. Die Symptome werden auf die Psyche geschoben, nicht selten soll der Gang zum Psychiater (und nicht Psychologen) Heilung verschaffen. Und ebenso häufig bekommt man kuriose Ratschläge. "Lass jemanden mit Histaminbomben kochen, du weißt nicht, was drin ist, isst mit verbundenen Augen und dann wirst du sicherlich schnell merken, dass deine Beschwerden nicht davon kommen" - das war nur ein Tipp, den ich in den letzten Monaten bekommen habe. Leider gehören auch viele Ärzte in diese Kategorie; die lieben "Götter in weiß" verstehen selbst noch kaum etwas über die wohl komplexeste aller Unverträglichkeiten.

Zum meinem großen Glück muss ich sagen, dass es in meinem Umfeld fast nur verständliche Personen gibt. Besonders meine Familie ist ein starker Rückhalt und beschäftigt sich sehr mit der Histaminintoleranz, verträglichen Lebensmitteln und möglichen Helferlein. Auch meine engsten Freundinnen verstehen und akzeptieren mein "Leiden" voll und ganz. Allerdings kann sich hier, so bin ich jedenfalls der Meinung, die Spreu vom Weizen trennen; durch eine so drastische Lebensumstellung wie ich sie in den letzten Monaten mitmache (hier und hier gibt es Beiträge dazu), merkt man schnell, wer hinter einem steht und wer vielleicht nicht gut damit klar kommt. 

Die Bilder sind übrigens auf einer Festung in der österreichischen Stadt Kufstein entstanden, die ich in meinem Urlaub besichtigt habe.






Rezept: Milchreiskuchen


Als ich vor drei Jahren nach Aachen gezogen bin, habe ich mich direkt in eine kulinarische Spezialität verliebt: Reiskuchen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich diesen Kuchen vorher nicht kannte. Umso mehr schmeckt er mir jetzt. Weil ich den gekauften vom Bäcker leider nicht vertrage, habe ich heute eine histaminarme Variante ausprobiert. Und siehe da: Er schmeckt und kann mir von nun als als guter Ersatz für das Original dienen. Ein kleiner Tipp für diese Jahreszeit: Der Kuchen schmeckt zusammen mit frischen Feigen sehr gut.

Für den Milchreis braucht ihr:
250 g Milchreis
1 Liter Milch
75 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker

Für den Teig braucht ihr:
200 g Dinkelmehl
50 g Butter
50 g Zucker
70 ml Wasser
1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver
1 Prise Salz

Nehmt am besten eine runde Springform. Milch und Zucker aufkochen und den Milchreis hinzufügen. Nach Packungsanleitung kochen lassen. In der Zwischenzeit den Teig zubereiten: Dafür alle Zutaten mischen und solange kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Diesen in einer Form ausrollen. Den fertigen Milchreis etwas auskühlen lassen und ihn anschließend in die Form geben. Das ganze wird nun bei 180 Grad (Umluft) für 30 Minuten gebacken. Mit frischen Früchten, Puderzucker und/oder Schlagsahne servieren. 

Guten Appetit!