Hormonfreie Verhütung im Test: Cyclotest



Hello aus Amerika. Amerika? Genau, denn dort wohne ich seit April. Als research scholar forsche und schreibe ich hier im schönen Massachusetts an meiner Masterarbeit. Doch darum soll es heute nicht gehen. Letztes Jahr wurde mir freundlicherweise der Zykluscomputer cyclo­test myWay*. zur Verfügung gestellt - und der wurde ausgiebig von mir getestet. Obwohl ich seit über einem Jahr die Kupferkette trage und sehr zufrieden damit bin, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, eine noch natürlichere Verhütungsmethode auszuprobieren. Denn: Dieses kleine Gerät errechnet über die Messung der Körpertemperatur die Tage, an denen ein Schwan­ger­schafts­ri­siko besteht. Dabei hat er zwei verschiedene Modi: Einmal die normale Zyklusbeobachtung, einmal den sogenannten Kinderwunschmodus.

Die Bedingung ist eigentlich kinderleicht: Morgens früh, noch vor dem Aufstehen, misst man mit der kleinen Messspitze die Körpertemperatur wie mit einem Fiebermesser. Besonders gut finde ich, dass die Spitze goldbeschichtet und damit nickelfrei ist. Sehr gut also für entsprechende Allergiker! Kombiniert mit der Beobachtung des Zervixschleims soll die Temperaturmessmethode angeblich zu 99,7 Prozent sicher sein. Wie immer bei solchen Angaben müssen wir auf die Wissenschaft vertrauen, die Zahl an sich klingt so oder so vielversprechend. Die Voraussetzung ist natürlich immer die richtige Handhabe; beim cyclotest ist es wichtig, die Temperatur möglichst jeden Tag zur selben Zeit zu messen.

Wo sehe ich meine persönlichen Vorteile in diesem Gerät? Sollte ich irgendwann einmal schwanger werden wollen (nicht, dass ich es besonders eilig hätte, aber man wird ja auch nicht jünger) kann ich so die Tage errechnen, an denen ich besonders fruchtbar bin - denn die tatsächliche Chance, schwanger zu werden, ist ja bekanntlich auf nur wenige Tage im Monat begrenzt. Einen ganz großen weiteren Vorteil hat dieses kleine Ding: Es lernt die Verwenderin kennen und stellt sich auf ihren Rhythmus ein. Durch regelmäßige Messungen zeigt er nicht nur Statistiken an, man kann auch personalisierte Einträge machen, wie beispielsweise den BMI oder den Geburtsterminplanes im Kinderwunschmodus. Auf Basis dieser ganzen Daten zeigt das Gerät neben den fruchtbaren und unfruchtbaren Tage außerdem an, wann man besonders auf seine Haut achten sollte oder wann PMS-Symptome auftreten können. Besondern die Hautfunktion ist für mich sehr praktisch, da ich seit der Absetzung der Pille und dem Beginn meiner Darmsanierung unter sehr schlechter Haut leide.

Doch wie fast immer gibt es nicht nur Vorteile: Etwas nervig fand ich es persönlich, dass die Temperaturmessung gefühlt relativ lange dauert - mein Fieberthermometer ist dagegen fast ein ICE. Da es bei mir morgens (okay, auch sonst) immer schnell gehen muss, ich in jeder Beziehung effizient sein will und keine Minute "vergeuden" möchte, ist das ein deutlicher Minuspunkt für mich. Ein Punkt, weshalb ich mir die Kupferkette habe einsetzen lassen, war zudem, dass ich mir fünf Jahre lang über Verhütung wirklich gar keine Gedanken machen muss. Täglich an das Einnehmen der Pille denken? Vergangenheit. Dieses gedankenlose Leben ist natürlich durch den Test des Zykluscomputers wieder durcheinander geraten - und bis heute vergesse ich oft die morgendliche Temperaturmessung. Ich bin oft unterwegs, stehe morgens selten zum selben Zeitpunkt auf...die Qualität meiner Messdaten leidet darunter. Ich persönlich würde den Computer nur empfehlen, wenn man ein regelmäßiges Leben führt. Vielleicht liegt es bei mir aber auch daran, dass ich durch die Kette nicht auf eine regelmäßige Messung angewiesen bin...

Obwohl der cyclotest für mich als Verhütungsmethode nicht in Frage kommt, ist das Gerät alles andere als unpraktisch für mich: Ich kann meinen doch sehr unregelmäßigen Zyklus im Blick behalten und werde vor vermehrten Hautunreinheiten und PMS "gewarnt". Außerdem wird es definitiv mein Begleiter werden, wenn die Kinderplanung aktuell wird.











*Der Zykluscomputer wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für die Zusammenarbeit!

Amaretti mit Marzipan

Danke. Das denke ich mir im Moment häufig. Danke, dass ich wieder so viel mehr essen kann als noch vor ein paar Monaten. Durch meine Darmsanierung, die ich seit sechs Monaten mache, geht es in kleinen Schritten, aber stetig bergauf. Und so kann ich mittlerweile auch wieder in Restaurant und Cafés gehen, ohne - wie früher - nur eine Apfelschorle und ein Wasser zu bestellen. Was für eine Lebensfreude. So schnell vergisst man, mit welcher Selbstverständlichkeit man früher Essen gegangen ist. Diese Selbstverständlichkeit erlange ich gerade Stück für Stück wieder - und es fühlt sich einfach wunderbar an. Aber meine Therapieerfolge sollen gar nicht das Thema dieses Beitrags sein. Der Titel des Posts verrät ja schon, dass es um etwas anderes geht. Denn endlich stelle ich mal wieder ein Rezept online.
Die Idee dazu ist mir am Wochenende gekommen, als ich mit einer sehr guten Freundin in einem kleinen Café frühstücken war. Dort gab es nicht nur Croissants, Brioche und Co., sondern auch viele kleine, italienisch angehauchte Leckerbissen. Ich habe mir ein paar Amarettis mit nach Hause genommen. Nicht nur waren sie unfassbar lecker, sondern auch so schnell in meinem Bauch, dass ich heute direkt ein eigenes Rezept kreiert habe und die kleinen Köstlichkeiten nachgebacken habe. 

Achtung: Dadurch, dass ich deutlich mehr Lebensmittel vertrage, sind die Amarettis leider nicht histaminarm, dafür aber glutenfrei. Das Eiweiß kann bei einer Histaminintoleranz Probleme bereiten. Testet daher bitt vorsichtig, ob ihr es vertragt.


Ihr braucht für etwa 12 Stück:

2 Eiweiß
200 g gemahlene Mandeln
80 g Zucker
50 g Puderzucker
80 g Marzipanrohmasse
3 Tropfen Bittermandelaroma

  1. Schlagt die Eiweiße zu Eischnee.
  2. Hebt vorsichtig und nach und nach die gemahlenen Mandeln, den Zucker sowie das Aroma unter.
  3. Schneidet dann das Marzipan in kleine Stücke und hebt es ebenfalls vorsichtig unter die Masse.
  4. Formt kleine Kugeln (das am besten die Hände etwas anfeuchten, sonst klebt es zu sehr) und legt sie auf einen Teller.
  5. Lasst sie dann etwa 1-2 Stunden im Kühlschrank trocknen.
  6. Bestreut die Kugeln noch VOR dem Backen großzügig mit Puderzucker und wendet sie ein wenig darin.
  7. Jetzt kommen sie endlich auf ein Backblech und damit in den vorgeheizten Ofen, in dem sie bei 170 Grad (Umluft) für etwa 15-20 Minuten backen.



Hello again: Endlich wieder ein Update!


Unglaublich...den letzten Beitrag habe ich im Januar verfasst. Für die lange Stille auf meinem Blog muss ich mich erst einmal entschuldigen - und natürlich bekommt ihr auch eine kleine Erklärung. Im Januar begann meine Prüfungsphase; und die hatte es in sich. Ich hatte am 31. März meine letzte Prüfung, Anfang April ging direkt das nächste Semester los. Aber nicht langsam und gemütlich, wie ich bisher die ersten Wochen eines jeden Semesters angegangen bin. Nein, ich hatte direkt Referate und ganze Seminarstunden, die ich alleine vorbereiten musste. "Nebenbei" habe ich bis Ende Mai zwischen 20 und 30 Stunden gearbeitet (ein Hoch auf meine 8-Stunden-Arbeitswoche, die ich seitdem habe). Und seit Ende Mai sitze ich dann nun auch schon wieder an zwei Hausarbeiten. Ein nie endender Kreis. Dass ich so fleißig bin und mir keine Pause gönne, hat aber auch einen guten Grund: Mitte September geht es für meinen Freund und mich ganze vier Wochen lang nach Amerika. Eine Auszeit, die ich mehr als dringend brauche und die mich motiviert, meine Unipflichten schnell zu erledigen. 

Nun aber zum eigentlichen Thema: Wie geht es meiner lieben Histaminintoleranz und mir? Besser. Zum Glück. Und das liegt vor allem an zwei Dingen. Zum einen trinke ich seit einigen Monaten regelmäßig Helmkrauttee, der die Mastzellen beruhigt, die infolgedessen weniger Histamin ausschütten. In meiner Selbsthilfegruppe auf Facebook wurde er immer wieder empfohlen; und siehe da, er hilft tatsächlich. Der Tee hilft mir, in stressigen Phasen (Phase ist gut, ich leider quasi unter Dauerstress) mein körpereigenes Histamin in Zaum zu halten. Außerdem schlafe ich besser ein und vor allem durch, seitdem ich täglich ein bis zwei Tassen trinke. Die Aachener Apotheken kannten diesen Tee allesamt nicht, deswegen habe ich ihn auf Empfehlung hin bei Naturix bestellt. Trotz einiger negativer Rezensionen hinsichtlich der Lieferzeit hatte ich meinen Tee immer innerhalb von zwei bis drei Tagen. Leider ist der Tee nicht ganz billig. Aber ich persönlich gebe gerne etwas mehr Geld aus für etwas, dass mir so gut tut.

Die wohl größte Veränderung ist durch einen Arztbesuch im April eingetreten. Eine Bekannte meiner Mutter, deren Tochter ebenfalls an Histaminintoleranz und zusätzlich weiteren Unverträglichkeiten leidet, hatte diesen in Krefeld ansässigen Arzt (Dr. Ulrich Woestmann) empfohlen und setzt große Stücke auf ihn. Er ist Allgemeinmediziner, hat sich aber auf Naturheilkunde und die Behandlung von Unverträglichkeiten fokussiert. Ganz anders, als ich es bisher von Ärzten kannte, hat er meine gesundheitlichen Probleme ernst genommen. Gemeinsam haben wir mögliche Ursachen durchgesprochen und schließlich verschiedene Stuhl- und Bluttests gemacht. Die gute Nachricht kam zwei Wochen später: Ich habe nichts, was man mit einer anständigen Darmsanierung nicht weg bekommt. Konkret wurden die meisten meiner guten Darmbakterien durch häufige Antibiotikaeinnahme zerstört; die Pille (auch diese Theorie findet er sehr wahrscheinlich) hat das Darmmilieu zusätzlich durcheinander gebracht. Kurz und gut: Ich fing Ende April mit einer Darmsanierung an. Dazu muss ich täglich die fehlenden Bakterien einnehmen (in drei Phasen, in denen die Bakterienkonzentration jeweils gesteigert wird) und nehme noch Nahrungsergänzungsmittel für meine kaputte Darmschleimwand. Zusätzlich nehme ich sogenannte Autovaccine, ein individuelles Medikament, das aus meinen guten Darmbakterien aufbereitet wurde...also so etwas wie eine Eigenbluttherapie (und nein, so eklig wie es sich anhört, ist es nicht). Eine Menge verschiedener Mittelchen, die dazu noch ganz schön teuer ist. Ich habe leider auch ab und an Nebenwirkungen, wenn ich die Dosierung erhöhe. Aber das ist wohl normal. 

Die Hauptsache aber ist: Ich vertrage mehr Lebensmittel als vorher. Vor allem Brot. Konnte ich früher höchstens ein halbes Brötchen vom Bäcker essen, bevor mir schlecht geworden ist, esse ich mittlerweile mehrmals täglich Bäcker-Brot. Und Zwiebeln gehen auch wieder - ihr glaubt gar nicht, was das für ein Genuss ist. Seitdem ich übrigens weiß, dass ich sehr wahrscheinlich und im besten Fall nach der Therapie (die geht insgesamt etwa neun Monate) wieder normal essen kann, fühle ich mich übrigens entspannter. Trotzdem traue ich mich noch nicht, viele Dinge zu probieren.Aber auch das ist wohl normal, nachdem ich über ein Jahr äußerst streng auf mein Essen geachtet habe. Die Bewährungsprobe wird es wohl in Amerika geben...ich bin schon gespannt, ob das gut geht.

Der Text ist nun doch länger geworden als geplant. Wenn ihr es bis hierhin durchgehalten habt, wünsche ich euch ein wunderschönes Wochenende!

Eure Sarah


P.S.: Während ich dieses Beitrag geschrieben habe, fiel mir das erste Mal auf, wie sehr ich das Schreiben außerhalb der festgelegten Formen wissenschaftlicher Arbeiten, mit denen ich mich im Moment nur beschäftige, gefehlt hat. Endlich einmal nicht auf richtige Quellenangabe und dire korrekte Zitation achten - herrlich.


Nektarine-Brombeer-Joghurtdrink mit Haferflocken

Habt ihr Nachmittags auch immer so großen Hunger wie ich und keine Lust, lange in der Küche zu stehen? Ich mache mir in solchen Fällen gerne einen Joghurt Drink mit Haferflocken und Obst. Das geht schnell, macht satt und ist dazu noch reich an Vitaminen.

Achtung; Die Mengenangaben sind für eine Portion, die mich satt macht. Ihr müsst einfach nach Gefühl messen, wie viel ihr braucht.

Ihr braucht für eine Portion:

150 ml Milch
50 g griechischer Joghurt
30 g Haferflocken
2 Nektarinen (gibt es bei uns momentan bei Netto)
Ein paar Brombeeren 
Evtl. Zucker, Ahornsirup o.Ä.

Alles rein in den Mixer. Gut durchmixen. Fertig.

Habt noch einen schönen Nachmittag



Das perfekte Frühstück: Pancakes


Das perfekte Frühstück - das sind für mich Pancakes. Fluffig, warm und mit extra viel Sirup. Meine bislang heißgeliebte amerikanische Variante vertrage ich nicht mehr; zu viele Zutaten (wie beispielsweise Eier) sind für mich unverträglich. Pancakes lassen sich aber auch ganz einfach aus histaminarmen Lebensmitteln zubereiten. Der einzige Abstrich: Sie werden leider nicht so fluffig. Aber darüber kann ich gut hinweg sehen, weil sie einfach lecker schmecken.

Ihr braucht für 4-5 Pancakes:
250 g Dinkelmehl
100 ml Mineralwasser mit sehr viel Kohlensäure
100 ml Milch
1/2 Päckchen Backpulver
60 g Zucker
Prise Salz
Etwas zerriebene Vanilleschote
Butter
Früchte

1. Vermischt die trockenen Zutaten.
2. Gebt anschließend die Milch dazu, verührt die Masse und schüttet zum Schluss das Wasser hinzu. gut verrühren.
3. Heizt eine Pfanne vor, gebt etwas Butter hinzu und schüttet den Teig in die gewünschte Größe in die Pfanne. Wenn sich die Pancakes gut lösen lassen, wendet sie. Fertig.

Verträgliche Früchte kann man in vielen Varianten mit den Pancakes essen. Meistens gebe ich sie direkt beim Backen mit in den Teig oder aber nutze sie als eine Art Soße.


Guten Appetit!




Überwindung & Herausforderung: Silvester in Rom

Zum Abschluss des Jahres 2014 habe ich mich der größten Herausforderung gestellt seitdem ich von meiner Histaminintoleranz weiß. Ich bin über Silvester nach Rom geflogen. Fünf ganze Tage. Ins Ausland. Mit acht weiteren (und essenstechnisch nicht eingeschränkten) Leuten. Was für viele einen Katzensprung und Freude pur bedeutet, war für mich im Vorfeld nicht leicht. Durch die HI bin ich sehr unflexibel geworden, plane mein Essen fast schon minutiös durch, kann mich nicht mehr leicht auf völlig neue Situationen einstellen. Eigentlich verrückt; die Ernährungsumstellung hat mein Leben so verbessert und gleichzeitig so schwer gemacht, dass ich eine richtige Panik vor dem Verreisen entwickelt habe. Panik nicht nur vor dem Essen, sondern auch vor Symptomen, die im Urlaub alles andere als angenehm wären. 

Nun also Silvester in Rom. Wochen vorher dachte ich nur "Irgendwie schaffst du das...das wird ein toller Urlaub; schließlich nehme ich ja alle wichtigen Lebensmittel mit". Und trotzdem: Sobald es auf Weihnachten zuging, stieg Panik in mir auf. Ich hatte in den wenigen freien Tagen vor Abflug nicht nur eine große Menge an Uniaufgaben zu bewältigen, Weihnachten zu feiern und lange nicht gesehene Freunde zu treffen, sondern auch genau planen, was ich mitnehmen muss. Neben Lebensmitteln fielen mir immer mehr alltägliche Haushaltsgegenstände ein, die für mich unentbehrlich waren. Das Ergebnis: Totales Kopfchaos. Der Umstand, dass unser Ferienhaus in Rom wirklich gut an Küchenutensilien ausgestattet ist, mochte mich nicht beruhigen...die lästige Frage "Was ist, wenn das uns das fehlt?" geisterte ständig vor meinen Augen herum. Darüber hinaus plagten mich Fragen wie: "Was ist, wenn die anderen es nicht verstehen, dass ich ständig mein eigenes Essen koche? Was mache, wenn sie essen gehen? Als dann alle zwei Tage Durchfall hatte, kaum mehr etwas essen konnte, ohne dass es mir schlecht ging, wollte ich die Reise sogar absagen. Obwohl zwei von drei Sachen meiner großen Vorbackaktion nichts wurden und ich nervlich völlig am End war, stieg ich trotzdem am letzten Montag von 2014 in den Zug zum Flughafen. Und ja, in diesem Moment kam ich mir ein kleines bisschen vor wie ein tollkühner Held.

Das Ende vom Lied: Die Woche in Rom war traumhaft und hat mich eines besseren belehrt. Meine Freunde waren sehr verständnisvoll; ich habe mich beim Essen nicht ausgeschlossen gefühlt (was leider schnell passieren kann). Durch meine gute Planung hatte ich genug zu essen mit, musste nur frische Sachen kaufen. Ich konnte backen und tagsüber Brot und Stollen mit auf unsere Erkundungstouren nehmen. Auch wenn mir das Brot am Ende der Woche zum Hals raus hing: Die Reise hat mir meine Angst vor der Unflexibilität genommen. Sie hat mir die Angst vor der Fremde, dem völlig Unbekannten genommen, die ich in den letzten Monaten entwickelt habe. Es ist alles eine Frage der richtigen Planung. Auch wenn viele mir vorher gesagt haben, dass ich es schaffe - und auch manche von euch jetzt denken mögen, dass ich übertreibe: Ich musste diesen Weg selbst gehen, von der anfänglichen Panik hin zu der Überzeugung, dass es auch mit HI gut gehen kann. Jetzt kann ich stolz sagen: Ich bin an meinen Herausforderungen gewachsen, habe meine Angst bekämpft und war in den Tagen in Rom tatsächlich - bis auf Nachts - symptomfrei. 





Weihnachtsinspiration: Schneebälle


Unglaublich...der letzte Blogbeitrag liegt schon ziemlich weit zurück. Leider hat mich vor vier Wochen die Grippe erwischt und ich lag zwei Wochen komplett flach. Jetzt, nochmal zwei Wochen später, habe ich mich weitestgehend wieder regeneriert und genug Energie, wieder etwas mehr Leben auf den Blog zu bringen. Pünktlich vor Weihnachten habe ich ein Rezept für sehr leckere, histaminarme "Schneebälle" für euch; ein Rezept, das meine Mutter schon seit Jahren in der Vorweihnachtszeit backt. Ich habe sie wie immer einfach nur entsprechend meiner Verträglichkeit umgewandelt. Glücklicherweise ist mir das gelungen und so unterscheiden sich meine Schneebällchen geschmacklich fast gar nicht von denen meiner Mutter. Ich schmeiße ja gerne einfach alles in die Schüssel, was mir passend erscheint - so sind schon einige Rezepte erst mal schief gegangen und haben es nicht auf den Blog geschafft (Ich tüfftele zum Beispiel schon länger am perfekten histaminarmen Käsekuchen...irgendwann schaffe ich auch den mit meiner Zutatenauswahl). 

Übrigens ist es schwierig, die Anzahl der Schneebälle anzugeben. Formt ihr sie so klein wie ich, bekommt ihr geschätzt 20-30 Stück heraus. Formt ihr sie groß (etwa in Tennisballgröße), werden es etwa 10 Stück. Die Angaben beruhen auf meinen Schätzungen, also keine Garantie :-).

Ihr braucht für den Teig:
200 g Dinkelmehl
1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver
50 g Butter
70 g Zucker
150 g Quark
180 ml Milch
Prise Salz

Mischt alle Zutaten zu einem glatten Teig und gebt ihn in eine flache Backform, die ihr dann für 20 Minuten bei 180 Grad in den Ofen schiebt (Umluft).

Während der Teig backt, vermengt ihr folgendes miteinander:
200 g Frischkäse
200 g Quark
60 g Zucker

Was ihr später noch braucht: Kokosflocken

Jetzt müsst ihr leider erstmal warten bis der Teig abgekühlt ist. Wenn das passiert ist, zerrupft ihr ihn in kleine Stücke und schmeißt sie zu der Frischkäse-Quark-Masse. Das ganze vermischt ihr anschließend so lange, bis eine relativ feste Menge entstanden ist. Diese formt ihr jetzt zu beliebig großen Kugeln und rollt sie in einem Teller voller Kokosflocken. Fertig sind die Schneebälle, die - zumindest hier in Aachen - das einzige Schneegestöber weit und breit darstellen.

Wenn ihr mögt, könnt ihr die Schneebälle noch auf kleine Spieße stecken...so habt ihr ganz schnell Cakepops (Cakepop-Stäbe gibt es z.B. bei Xenos).

Tipp:
Anstatt der Kokosflocken könnt ihr die Teigkugeln auch in flüssige weiße Schokolade tunken. Wenn sie getrocknet sind, stellen sie eine wunderbare Mischung aus knackiger Schoki und weichem Teig dar (Tipp: Weiße Kuvertüre OHNE Sojalecithine, die ja meistens bei Histaminintoleranz nicht vertragen werden, gibt es von der Rewe-Eigenmarke. 




Backidee: Kokosmakronen

Das Weihnachtsfieber ist wieder ausgebrochen. Auch wenn wir erst Mitte November haben, sind die Straßen schon wieder festlich geschmückt, die ersten Weihnachtsmärkte eröffnen und aus vielen Fenster strahlen gemütliche Lichterketten. Und wie das so ist mit dem Fieber: Auch mich hat es erwischt. Meine Wohnung wird langsam aber sicher weihnachtstauglich; sie duftet momentan nicht nur nach Duftkerzen, sondern auch nach Gebäck - Weihnachtsgebäck. Dieses Jahr muss ich ein wenig experimentieren, da die meisten Rezepte Eischnee, Kakao oder eine raue Menge an unverträglichen Nüssen als Grundlage haben. Deswegen stehen momentan auch erst zwei Plätzchenvarianten auf meiner Liste, aber hey...Weihnachten ist ja erst (oder schon?!) in 5 1/2 Wochen. Nachdem ich euch vor kurzem schon mein Cookie-Rezept gezeigt habe, folgt heute eins für Kokosmakronen.

Ihr braucht (für ein volles Backblech):

150 g Frischkäse
120 g Puderzucker
70 g zerlassene Butter
50 g Dinkelmehl
200 g Kokosflocken


Etwas Wasser/Milch

1. Mischt zuerst Butter, Frischkäse und Puderzucker. Schlagt die Mischung solange auf, bis sie etwas fester geworden ist. 
2. Fügt nun das Mehl und die Kokosflocken hinzu. Sollte der Teig nun etwas zu feste sein, gebt einen Schuss Wasser oder Milch hinzu. Die Konsistenz sollte am Ende cremig-fest sein, aber nicht zu bröselig; eben so, dass man sie gut mit zwei Löffeln in Makronenform formen kann.
3. Backt das ganze bei 150 Grad (Umluft) für etwa 20 Minuten.



Guten Appetit!


Backidee: American Cookies


Hach, original amerikanische Soft Baked Cookies sind einfach himmlisch. Und genau deswegen habe ich mich an einer histaminarmen Variante versucht. Wie immer musste beim Backen habe ich mich anschließend gefragt: Wozu braucht man eigentlich Eier? Ich möchte fast behaupten, dass meine Cookie-Alternative genauso schmeckt wie die histaminreiche. Aber genug geredet, hier kommt das Rezept.

Ihr braucht (für etwa 7-9 Cookies):

100 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
190 g Dinkelmehl
100 g sehr weiche Butter
etwas Milch
1 TL Weinsteinbackpulver
1 Prise Salz
1/2 Tafel weiße Schokolade

1. Vermengt alle Zutaten - außer die weiße Schokolade - zu einem festen Teig. Schüttet dann so viel Milch dazu, bis die Masse nicht mehr bröselig ist und sich gut kneten lässt. 
2. Hackt die weiße Schokolade (ich nehme übrigens "Die Weiße" von Nestlé; sie vertrage ich am besten) in kleine Stücke.
3. Formt aus dem Teig kleine Kugel, knetet sie jeweils mit einigen Stücken weißer Schokolade und drückt sie in die typische Cookieform. Man kann die Schokoladenstücke natürlich auch vorher mit dem gesamten Teig vermischen; auf meine Art hat man aber in jedem Cookie eine gleichmäßige Anzahl an Schoki.
4. Backt die Cookies für etwa 15 Minuten bei 150 Grad (Ober-/Unterhitze). Wundert euch nicht, dass die Cookies noch hell und fast ungebacken aussehen...nur so werden sie richtig soft.



Guten Appetit!




Histaminintoleranz: Pillenupdate

Ich habe ein paar Neuigkeiten zur Pille - nun ja, zu meinen Vermutungen in Bezug auf die Histaminintoleranz. Vor zwei Wochen habe ich sie endlich wieder abgesetzt; und natürlich konnte ich keine Wunder erwarten. Aber ich merke, dass es kontinuierlich berg auf geht. Ich bin viel ausgeglichener und besser gelaunt als ich es vorher war. Leider sind die körperlichen Symptome noch immer jeden Tag präsent, das mag aber auch am immer mehr werdenden Unistress und einem traurigen Ereignis in den letzten Wochen liegen. Aber: Ich komme immer öfter ohne ein Antihistaminikum aus. Und das zeigt mir, dass es immer besser wird. Aufgrund der wirklich schlimmen Verschlechterungen meiner Symptome während der Pilleneinnahme gehe ich mittlerweile stark davon aus, dass die Intoleranz durch die kleine, gemeine Pille ausgelöst wurde. Der Startpunkt meiner ersten, noch unbedeutenden Symptome stimmt mit dem Anfang meiner Pilleneinnahme vor fünf Jahren überein, zudem ging es mir im halben Jahr (natürlich auch durch eine entsprechenden histaminarme Ernährungsweise) sehr viel besser. 
Meine Vermutung wurde in meiner Selbsthilfegruppe auf Facebook bestätigt. Dort hat ein Mitglied auf ihrer Arbeit im Labor den DAO-Wert (das Enzym, dass der menschliche Körper zum Histaminabbau benötigt) einer Freundin zunächst unter Einnahme der Pille getestet...zu diesem Zeitpunkt war er verschwindend gering. Dann hat sie ihn etwa vier Monate nach Absetzen des Verhütungsmittels erneut getestet - er war normal hoch. Nachdem die Testperson erneut die Pille angefangen hatte zu nehmen, wurde der DAO-Wert nochmals getestet. Das Ergebnis könnt ihr wahrscheinlich erraten. Richtig. Der Wert war wieder viel zu niedrig. Es scheint also definitiv einen Zusammenhang mit dem Enzym (was übrigens auch bei mir viel zu wenig vorhanden ist) und hormoneller Einnahme zu geben. Wenn die Pille tatsächlich der Auslöser meiner Misere ist, habe ich eine gute Chance, die Intoleranz ganz loszuwerden. 
Gleichzeitig erschreckt es mich, welche Macht hormonelle Verhütungsmittel im Körper entwickeln - egal, ob es sich um eventuell ausgelöste Intoleranzen oder andere Krankheiten und Probleme handelt. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt und die Pille nicht gerade aufgrund von Krankheiten wie z.B.Endometriose nehmen muss, würde ich jedem von ihr abraten! Es gibt andere Verhütungsmittel, die den Körper nicht von innen heraus angreifen und durch künstliche Hormonzugabe komplett durcheinander bringen.

Backidee: Kokoskuchen


Mal wieder habe ich ein Rezept an meine Histaminintoleranz angepasst. Ursprünglich wird der Kuchen mit Weizenmehl und 'ner ganzen Menge Eier gebacken. Schade. Vertrage ich leider nicht. Aber was nicht passt, wird eben passend gemacht. Und siehe da: Es funktioniert auch histaminarm ganz gut. Außerdem habe ich deutlich weniger Zucker genommen, um sündenfreier genießen zu können. Das Rezept möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Wer übrigens nicht leidgeplagt von nervigen Intoleranzen ist und das eigentliche Rezept haben möchte, kann sich natürlich sehr gerne bei mir melden.


Ihr braucht für einen Backblech großen Kuchen:

1 1/2 Tassen Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 1/2 Päckchen Backpulver
4 Tassen Mehl
1 Packung Kokosraspel
ca. 50 g Butter
2 Tassen Buttermilch

1. Alle Zutaten vermischen, zu einem glatten Teig rühren und auf das Backblech geben.
2. Die Kokosraspel mit etwas Zucker vermischen und über den Teig streuen.
3. Bei 150 Grad (Umluft) für etwa 20-30 Minuten backen bis die Kokosraspel leicht braun sind.


Guten Appetit!


(Aus persönlichen Gründen ist es hier im Moment etwas ruhiger. Ich habe aber schon Ideen für viele interessante Posts - sie müssen nur aufgeschrieben werden. Nach und nach werde ich also auch wieder etwas anderes als Rezepte hier veröffentlichen.)





Backidee: Kokos-Muffins mit Blaubeeren


Endlich Wochenende. Endlich wieder ein neues Rezept. Diese Woche hat mein Masterstudium begonnen - und ich bin schon nach fünf Tagen wieder mittendrin im Unistress. Nichtsdestotrotz habe ich mich in einer Freistunde am Mittwoch in die Küche gestellt und dieses Muffinrezept kreiert. Der Anlass? Ich habe mit meinen Kollegen aus dem Institut, in dem ich arbeite, meine Bachelornote gefeiert. Dafür stande ich gern in der Küche. Gleichzeitig konnte ich ihnen zeigen, dass man auch histaminarm lecker backen kann. Hier ist nun also das Ergebnis meiner kleiner Backsession: Kokos-Blaubeer-Muffins ohne Ei.

Ihr braucht (je nach Förmchengröße ergeben die Zutaten 9-12 Muffins):

250 g Dinkelmehl 
65 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Weinsteinbackpulver
ca. 240 ml Milch
60 g Butter
100 Quark
Blaubeeren (frische oder tiefgefrorene)
Kokosraspel
Puderzucker


  1. Mischt zuerst alle trockenen Zutaten und gebt dann Butter, Quark und Milch hinzu. Anschließend die Kokosraspel unterrühren. 
  2. Die schon vorher bereitgestellten Muffinförmchen zur Hälfte mit dem Teig füllen. Dann die gewünschte Menge an Blaubeeren auf den Teig geben und mit einem weiteren Löffel Teig bedecken.
  3. Die Muffins für 20-25 Minuten bei 180 Grad (Umluft) backen.
  4. Lasst sie zunächst abkühlen, wenn sie aus dem Ofen kommen. Anschließend könnt ihr sie mit einer Glasur aus Puderzucker, Wasser und Kokosraspeln überziehen. Das sieht nicht nur schön aus, sondern ist meiner Meinung nach auch leckerer - ich persönlich mag die glasierte Krone von Muffins am liebsten.
Viel Spaß beim Backen & guten Appetit!



Histaminintoleranz: Pille?! Nie wieder

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, richtet sich dieser Post an die weiblichen Leser unter euch. Es geht um die Pille und meine Erfahrungen mit ihr in Bezug auf die Histaminintoleranz. Als ich meine Diagnose im April bekommen habe, nahm ich bereits seit einem Monat keine Pille mehr. Ich hatte sie in der Hoffnung abgesetzt, dass sich meine zahlreichen Symptome etwas verbessern würden. In meiner damaligen Unwissenheit hatte ich geglaubt, dass mein schlechter Zustand eventuell der Anti-Baby-Pille geschuldet sei. 
Wie bereits hier und hier geschrieben, ging es mir nach Erhalt der Diagnose und einer entsprechenden Ernährungsumstellung schnell sehr viel besser. Dafür bekam ich ein anderes Problem: Pickel. Nach einigen Stunden bei meinem Lieblingsratgeber Google wurde mir klar, dass dieses Schicksal wohl fast jeden Frau nach Absetzen der Pille trifft. Das einzig wirklich wirksame Gegenmittel? Warten. Warten, bis sich der Körper an den plötzlichen Hormonentzug gewöhnt hat. Gesagt, getan, viel anderes blieb mir auch nicht übrig. Aber auch nach Monaten gingen die lästigen Pickel nicht weg; im Gegenteil...sie vermehrten sich immer weiter. Da ich gleichzeitig meine Periode nur alle drei Monate bekam, entschloss ich mich vor sechs Wochen, die Pille wieder zu nehmen. Die Erfahrungsberichte mit der Pille bei Histaminintoleranz waren zwiegespalten: So mancher Frau half sie, ihre Symptome im Griff zu halten, bei anderen verschlimmerte sich alles. Da probieren über studieren geht, warf ich ohne weiteres Nachdenken die kleinen Tabletten ein. 
Am Anfang war noch alles gut; ich merkte weder positive noch negative Veränderungen. Doch schon nach gut einer Woche fing es an: Stimmungsschwankungen, ich war gereizt, unglaublich sensibel und hatte ständig das Gefühl, krank zu werden. Das alles kannte ich noch von früher, mit der Ernährungsumstellung hatten sich diese Symptome aber so gut wie ganz verzogen. Gut, dachte ich, erstmal abwarten. Dann wurde ich das erste Mal seit langem krank (wer mich kennt, weiß, dass ich früher sehr oft krank war. Ein halbes Jahr ohne irgendwas ist eine wirkliche Seltenheit bei mir). Zufall oder nicht? Das konnte ich schwer beantworten, da mein Freund zur selben Zeit krank war. Also weiter abwarten. Der erste heftige Histaminschub (hier habe ich bereits darüber geschrieben) ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Seitdem habe ich das Gefühl, ständig zu viel Histamin in mir zu haben - egal, wie sehr ich auf mein Essen achte und versuche mit Vitaminen und Heilerde dagegen zu steuern. Meine alten und überhaupt nicht vermissten Symptome werden gefühlt täglich stärker. Übelkeit am Abend und in der Nacht, Kreislaufprobleme, ein verspannter Nacken und Kopfschmerzen (man kann mir sagen was man will, diese Art von Kopfschmerzen hatte ich in den letzten Monaten so gut wie nie...jetzt fast jeden Tag), fast schon depressive Phasen, in denen ich nur weinen möchte, Stimmungsschwankungen, Abgeschlagenheit, wenig Ausdauer und und und. Dazu gesellte sich letzte Woche ein erneuter großer Histaminschub. Der zweite innerhalb eines Monats.
Für mich stand spätestens da fest: Das ist kein Zufall mehr. Die Pille, die ganzen Hormone, die sie in meinem Körper ausschüttet, tun mir überhaupt nicht gut. Ich werde sie nach diesem Blister wieder absetzen. Damit sage ich hoffentlich tschüss zu den Symptomen. Gleichzeitig darf ich wohl die Pickel wieder begrüßen. Aber ganz ehrlich? Lieber lebe ich mit einem Gesicht voller Pickel als mit meinen Symptomen, die mir jetzt schon den Alltag wieder erschweren. Da sie immer stärker werden, möchte ich mir nicht ausmalen, wie es in ein paar Monaten wäre. Und die Pickel, tja, die werde ich aussitzen müssen. Irgendwann werden sie schon weg gehen.
An alle Frauen, die meinen Bericht gelesen haben, und die Pille nehmen: Setzt sie ab. Versucht es. Vielleicht wird es euch damit auch besser gehen? Und an alle Frauen, die den text gelesen haben, die Pille nehmen, aber nicht histaminintolerant sind: Versucht es auch mal ohne Hormone. Ich bin der festen Meinung, dass dieses Übermaß an Hormonen keinem Körper gut tun kann. Das einzige wirkliche Problem sind die Verhütungsalternativen. Im Moment bin ich auf der Suche nach einer guten, nicht-hormonellen Alternative für mich und werde euch dabei auf dem Laufenden halten.


Liebst, Sarah

Backidee: Süße Hörnchen


Süße Brötchen. Mürbchen. Stütchen. Diese Backware hat viele Namen, die je nach Region variieren. Und genau diese süßen Brötchen habe ich heute in histaminarmer Variante ausprobiert - und siehe da: Weder von der Fluffigkeit noch vom Geschmack unterscheiden sie sich großartig von der oftmals unverträglichen Version vom Bäcker. Ich habe sie in Hörnchenform gebacken; der Kreativität sind hier natürlich keine Grenzen gesetzt. In die Jahreszeit passen am besten Weckmänner, an die ich mich in naher Zukunft heranwagen und natürlich hier auf dem Blog präsentieren werde.

Ihr braucht (für je nach Größe 10-12 Stück):

150 g Quark
6 EL Milch
6 EL Öl (ich nehme Rapsöl)
75 g Zucker
1/2 TL Salz
300 g Dinkelmehl
1 1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver

  1. Alle Zutaten mischen und zum einem festen Teig kneten.
  2. Den Teig auf einer leicht mit Mehl bestäubten Fläche ausrollen und etwa handflächengroße Dreiecke ausschneiden. Diese aufrollen und die Ecke fest in den Teig drücken. In Hörnchenform biegen und auf ein Backblech legen.
  3. Das Ganze bei 175 Grad (Umluft) für 15-20 Minuten backen. 


Guten Appetit!



Kochideen: Kürbis-Variationen

Herbstzeit ist Kürbiszeit. Nicht nur als Deko zu Halloween eignet er sich gut, sondern vor allem auch zum Kochen und Backen. Und deswegen gibt es heute gleich zwei Rezeptideen mit dem Gemüse, das mich immer wieder auf die kalte Jahreszeit einstimmt. Grundlage beider Rezepte ist der Hokkaido-Kürbis. Das orangefarbene, runde Gemüse stammt übrigens von der japanischen Insel Hokkaido und ist nach derselbigen benannt worden.


Ingwer-Zwiebel Kürbis mit Hashbrowns





Kürbis angebraten in Ingwer und Zwiebeln - lecker. Den so angemachten Kürbis habe ich vor einiger Zeit auf einer Hochzeit gegessen und musste es natürlich direkt selber ausprobieren.

Ihr braucht (ohne Mengenangaben, da man hier ganz einfach die gewollte Menge selbst bestimmen kann):

Hokkaido-Kürbis
Ingwer
Zwiebeln
Öl
Kartoffeln
Möhre
Joghurt 
Salz
falls gewünscht noch etwas Schnittlauch

Den Kürbis in Streifen schneiden, salzen und mit Öl bepinseln. Anschließend für 20 Minuten bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) in den Backofen. Nach dem Backofen geht es für die Kürbisstücke in die Pfanne, in der vorher schon Zwiebeln und Ingwer angebraten worden sind. Wenn ihr Ingwer und Zwiebel nicht mitessen solltet, schneidet beides recht grob. Ich persönlich habe beides nicht gegessen, weil ich es noch nicht vertrage. Allein der Geschmack ist aber auch schon sehr stark. Während der Kürbis im Ofen gart, Kartoffeln und Möhren raspeln und mit etwas Öl in einer Pfanne anbraten. Joghurt nach Belieben mit Salz und Schnittlauch verfeinern und über die Hashbrowns geben. Kürbisspalten anrichten. Fertig.


Kürbis mit Cranberry-Soße





Ihr braucht:

Hokkaido-Kürbis
Öl
Salz
100 g frische Cranberries
100 ml Wasser
30-40 g Zucker
Reis, Quinoa (oder auf was man sonst Lust hat)

Gesalzene und eingeölte Kürbisspalten für 20 Minuten bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) im Backofen garen. In der Zwischenzeit 100 ml Wasser mit 100 g frischen Cranberries (bei uns gab es sie zum Beispiel bei Kaisers) und Zucker (etwa 30-40 g, je nach gewünschter Süße) zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Mischung dickflüssig geworden ist. Je länger sie kocht, desto dicker wird sie. Das gewünschte Getreide nach Packungsanleitung kochen. Alles zusammen auf einem Teller anrichten und servieren.

Tipp: Die Cranberry-Soße eignet sich übrigens auch hervorragend als Marmelade.

Histaminintoleranz: Der gesunde Mittelweg

"Man muss die Histaminintoleranz ständig im Kopf haben, aber möglichst oft vergessen". Das schrieb vor kurzem ein Mitglied aus meiner Selbsthilfegruppe auf Facebook. Und wie recht er damit hat. Blendet man die Unverträglichkeit völlig aus, besteht die Gefahr, dass man etwas "Falsches" isst und sich im Anschluss schlecht fühlt. Bei vielen Betroffenen kann das gefährlich werden. Ich habe bisher das Glück gehabt, nur nach großen Mengen an Histamin richtig stark reagiert zu haben; nämlich mit einem Kreislaufzusammenbruch. Zum Glück war bei diesen Malen immer jemand in meiner Nähe...ich möchte mir nicht ausmalen, wie es sonst ausgegangen wäre. Wenn man aber Tag ein, Tag aus nur die Intoleranz im Kopf hat, ist das auch nicht gut. Bei mir war das am Anfang ganz extrem. So extrem, dass ich mein Essen, selbst wenn es Zuhause war, einmal auf den Kopf gestellt habe, um mögliche unverträgliche Sachen zu entlarven. Nichts, aber auch gar nichts habe ich bis vor kurzem an neuen Lebensmitteln ausprobiert. Ich bewegte mich in meinen verträglichen Bahnen, aus Angst, mit bei allem Neuen mit heftigen Symptomen zu reagieren. Darüber hinaus bin ich ein Kopfmensch. Das soll heißen: Wenn viele Leute aus der Facebook-Selbsthilfegruppe ein bestimmtes Lebensmittel vertragen, fällt es mir das Probieren leicht. In der Vergangenheit habe ich alle die so getesteten Sachen vertragen. Bin ich mir aber unsicher über die Verträglichkeit oder habe gemischte Meinungen gehört, habe ich oft unverträglich reagiert. Allerdings glaube ich, dass die Symptome vielmehr von der Angst kamen als von dem eigentlichen Lebensmittel.
Aber wie kann ich die ständige Erinnerung an die Intoleranz mit dem Vergessen eben jener vereinbaren? Wie kann ich ein gesundes Mittelmaß finden, das mir vor allem psychisch das Leben als histaminintoleranter Mensch erleichtert? Meinen persönlichen Weg dorthin finde ich nur durch Zeit und die Erfahrung, die ich sammele, je länger ich mit der Unverträglichkeit lebe. Am Anfang war ich mehr als ängstlich, jetzt bin ich mutiger geworden. Für Außenstehende mag kaum ein Unterschied zu erkennen sein. Für mich aber liegen Welten dazwischen. Was mir vor allem immer mehr gelingt: Ich kann an guten Tagen (ich nenne sie liebevoll die mutigen Tage) meinen Kopf ausschalten. Ein ganz großer Meilenstein für mich, denn früher - auch vor der Diagnose - konnte ich das gar nicht. An diesen Tagen komme ich mir vor wie ein todesmutiger Krieger, gehe in den Supermarkt und kaufe mir Dinge, die eventuell verträglich sein könnten. Erst vor kurzen habe ich so ein bei Alnatura gekauftes Dinkelbrötchen getestet - mit Hefe und anderen Inhaltsstoffen, die ich bis dato strikt gemieden habe. Und siehe da...ich hatte keine Probleme. Seither esse ich ab und an eben diese Brötchen, manchmal sogar fast jeden Tag (übertreiben möchte ich es aber nicht). Und eins kann ich sagen: Es ist jedes Mal ein Gedicht, sie zu essen. Genauso erging es mir mit meinem heißgeliebten Latte Macciatto. Hier war ich allerdings vor kurzem zu mutig und habe an zwei Tagen hintereinander einen getrunken. Als Ergebnis suchte mich der so gar nicht vermisste Schwindel und Abgeschlagenheit heim - trotzdem war es der Kaffee wert.
Eine goldene Regel gibt es hier wahrscheinlich nicht. Für mich persönlich (und wahrscheinlich auch für viele andere Betroffene) ist es wichtig, meine Angst vor unbekannten Lebensmitteln zu besiegen. Je länger ich mit der Histaminintoleranz lebe, desto besser gelingt mir das. Zum einen, weil ich immer mehr über die Unverträglichkeit und ihre Wirkung auf mich verstehe, zum anderen, weil ich lerne meinen Körper und vor allem meinen Kopf zu kontrollieren. Habt ihr Tipps und Tricks, um letzteren besser im Griff zu haben? Ich freue mich über eure Erfahrungen!