Rezept: Quinoa mit Süßkartoffel-Möhren-Hashbrowns

Nachdem ich bereits vor Wochen Quinoa gekauft hatte, habe ich ihn am Sonntag endlich ausprobiert. Leider habe ich vor neuen Lebensmitteln Angst, obwohl sie auf meiner Lebensmittelliste als verträglich gekennzeichnet sind. Ich kaufe häufig neue, mir noch unbekannte Lebensmittel und sehe sie mir dann viel zu lange nur im Schrank an. Zu sehr habe ich immer noch Panik, sofort mit Symptomen überschüttet zu werden. Dabei habe ich Antihistaminika, die ich im Notfall nehmen kann. Alles Kopfsache, die ich langsam versuche in den griff zu bekommen. Geht es hier vielleicht noch jemandem so? 
Quinoa ist in jedem Fall sehr zu empfehlen; besonders die Konsistenz ist sehr interessant und ganz anders als etwa Reis. Für mich stellt das Getreide eine perfekte Ergänzung für meinen Speiseplan dar. Besonders in Kombination mit den leicht süßlichen Hashbrowns aus Süßkartoffeln und Möhren und dem säuerlichen Schnittlauch schmeckte mir das Quinoa sehr gut. Das Gericht geht nicht nur relativ fix und einfach, sondern ist auch noch histaminarm.

Ihr braucht für eine Portion (oder auch eine Frauenportion):

70-80 g Quinoa 
1 große Möhre 
1 große Süßkartoffel
Öl
Salz
Etwa 120-150 g Naturjoghurt
Schnittlauch


Den Quinoa nach Packungsanleitung kochen. Meiner von Alnatura hat eine Kochzeit von 20 Minuten + weitere 5 Minuten Quellzeit; in dieser Zeit lassen sich die Hashbrows bequem zubereiten. Möhren und Süßkartoffel schälen, klein reiben und nach Bedarf salzen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse bei mittlerer Hitze anbraten. Anschließend den Joghurt mit etwas Salz und Schnittlauch in gewünschter Menge vermengen. Getrennt oder auf Quinoa und Hashbrows verteilt servieren.

Wer es lieber vegan mag: Einfach den Naturjoghurt durch Sojajoghurt ersetzen (bei Histaminintoleranz nicht zu empfehlen!).

Rezept: Histaminarme Waffeln


Wer denkt, man könne als histaminintoleranter Mensch nicht lecker essen, der irrt gewaltig. Zugegeben hatte ich am Anfang einige Schwierigkeiten, schmackhafte Gerichte zu zaubern, da erstens die Zutatenauswahl sehr beschränkt ist, ich zweitens aufgrund von Uni und Nebenjob nicht viel Zeit habe und ich drittens zu allem Überfluss bislang eine absolute Küchenlegastheniker war. In den letzten Monaten haben sich meine Kochfähigkeiten zwar verbessert, Zeit und Muße, aufwendigere Sachen zu kochen, fehlen mir aber immer noch. Deshalb zeige ich euch heute ein schnelles und einfaches Rezept, das sich bequem zwischen Vorlesung und Seminar zubereiten lässt.

Ihr braucht für 5-6  Waffeln:

250 g Dinkelmehl
40 g Butter (wer es gehaltvoller mag, gerne auch mehr)
25 g Zucker 
25 g Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Tütchen Weinsteinbackpulver
220 ml Milch 
60 ml Sprudelwasser (damit der Teig lockerer wird)
Frisches Obst und Puderzucker zum Garnieren

Am besten schmecken die Waffeln frisch. Man kann sie zwar auch noch gut am nächsten Tag essen, allerdings sind sie dann von der Konsistenz her etwas zäh, da Eier fehlen. 

Wer es lieber vegan mag, nimmt statt Milch nur Wasser und Öl statt Butter.

Für alle nicht Intoleranten lässt sich das Rezept ganz leicht umwandeln. Dinkelmehl kann durch Weizenmehl ersetzt werden, außerdem könnt ihr einfach ein bis zwei Eier hinzufügen.


Story Of My Life: Warum sich mein Leben verändert hat


Long time no see. Das trifft es genau. Nun bin ich wieder hier, mit neuer Energie und einigen neuen Ideen. Die letzten Monate waren nicht leicht für mich - und wenig stressfrei. Ich habe mein Bachlor-Studium beendet. Und ich habe eine Diagnose bekommen, die mein Leben auf den Kopf gestellt, mich aber gleichzeitig glücklich gemacht hat. Genau diese Diagnose wird ein Teil dieses Blogs werden, der sich nicht länger nur um Mode drehen soll. Wer jetzt glaubt, ich sei schwanger liegt falsch. Der Blog wird persönlicher. Und er wird den neuen Mittelpunkt meines Lebens wieder spiegeln: Kochen. Und das sage ich als bislang absolute Niete in der Küche. Aber genug um den heißen Brei herum geredet. Seit April diesen Jahres weiß ich, dass ich histaminintolerant bin. Für mich heißt das: Ich muss täglich kochen, ich kann kaum bis gar nichts mehr einfach so zu essen kaufen. Restaurantbesuche sind kompliziert, für Tagesausflüge oder Urlaube plane ich mein Essen akribisch durch. Ich stehe noch am Anfang. Je länger ich damit lebe, desto einfacher wird es.

Obwohl der Text lang ist, freue ich mich, wenn ihr bis zum Ende lest. Ich war mir lange unsicher, ob ich eine solch persönliche Sache mit der Unendlichkeit des Internets teilen möchte. Da Histaminintoleranz bei Weitem noch nicht anerkannt und viel zu wenig erforscht ist, habe ich mich für diesen Schritt entschieden, um darauf aufmerksam zu machen. Hier geht es um meine Geschichte, nicht um die wissenschaftliche Richtigkeit der Intoleranz. Dafür gibt es Personen und Seiten, die sich zu 100 % besser damit auskennen. 


Meine Geschichte

Angefangen hat alles vor etwa zwei Jahren mit Durchfall. Erst alle paar Wochen, dann immer häufiger. Nach und nach gesellten sich weitere Symptome dazu. Zuerst Übelkeit, dann unglaubliche Nervosität und Unruhe sowie Zittern, das mich oft die ganze Nacht wach hielt. Ich dachte mir nichts weiter dabei, schließlich befand ich mich zu der Zeit in einer stressigen Phase in der Uni. Die Symptome legten sich in den Semesterferien ein wenig, kamen aber mit Unibeginn wieder. Ein ganz klarer Fall für mich: Ich musste ruhiger werden und mich nicht so sehr von der Uni und dem Notendruck (den ich mir natürlich selbst gemacht habe) stressen lassen. 
Im Sommer 2013 kam dann mein bisheriger Tiefpunkt. Neben der Prüfungsphase an der Uni und meiner Arbeit habe ich noch für ein Footballteam gecheert. Hieß: Dreistündige Auftritte an der Sideline, die meinem Körper oft den Rest gaben. In dieser Zeit gesellten sich Schlaflosigkeit und ständige Kreislaufprobleme zu meinen Symptomen, die soweit gingen, dass ich einige Male nachts einen heftigen Kreislaufzusammenbruch erlitt. Natürlich gibt es deutlich schlimmere Sachen, aber dieses Gefühl eines solchen Zusammenbruchs jagt mir immer wieder Schauer über den Rücken. Daneben war mir ab dem Sommer vor einem Jahr fast täglich über Stunden unglaublich übel, so dass ich zu kaum etwas imstande war. Das ganze zog sich durch meinen Urlaub in Kalifornien. Im Endeffekt kein Wunder: Das Essen war pures Gift für mich, voller Histamine und histaminfreisetzender Dinge. Der absolute Tiefpunkt kam an einem Abend in LA, nachdem ich zwei Tage hintereinander Pizza gegessen und Rotwein getrunken habe. Beides ist mit das schlimmste, was man als Histaminintolerante zu sich nehmen kann. Von LA bekam ich eher weniger mit, danach habe ich mich nur noch von trockenem Brot, Kartoffelbrei und Hashbrowns ernährt. Alles histaminarme Lebensmittel, wie mir hinterher klar wurde. Logischerweise verschwanden meine Symptome für den Rest des Urlaubs fast vollständig. Auch zuhause ging es mir zuerst besser. Nach und nach füllte sich mein Histaminfass jedoch durch falsche Lebensmittel wieder auf. 
Den absoluten Tiefpunkt erreichte ich im Dezember/Januar, nachdem ich wegen einer Mandelentzündung zwei Mal mit Antibiotikum behandelt wurde. Das zerstörte meine Darmflora komplett und beeinflusste damit die Intoleranz, da das histaminabbauende Enzym DAO im Darm gebildet wird und bei mir durch die Medikamente natürlich kaum noch vorhanden war. Ich hatte ständig Hunger, dabei war mir aber trotzdem übel. Der Schwindel wurde zu einem Schwankschwindel, durch den ich mich wie auf einem Schiff fühlte. Während ich vorher alle Symptome auf Stress geschoben hatte, begann ich nun endlich mit einem Ärztemarathon. Nach vielen weniger erfolgreichen Terminen landete ich in der Gastroenterologie des UK Aachen, das eine ganze Reihe von Intoleranz-Tests ansetzte. Und siehe da, mein DAO-Wert war viel zu niedrig. Der Arzt, der sich selbst kaum damit auskannte, riet mir zu einer histaminarmen Ernährung. Mit Hilfe dieser Liste  begann meine Reise in das Land der histaminarmen Ernährung. Meine Mutter, bei der ich an den Wochenenden immer esse, war mir eine große Hilfe und stellte sich sofort auf meine neue Ernährung ein. Mir ging es schlagartig besser. Als erstes verschwand das ständige Hungergefühl, dann der schreckliche Schwindel. Das Zittern wurde besser, ich konnte wieder schlafen. Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich noch nie so glücklich über eine Diagnose war. Ich hatte die Ursache für mein lebenseinschränkenden Symptome gefunden, die ich seitdem bekämpfe. Zu meinen Essgewohnheiten wird es bald einen eigenen Post geben.

Was ist eine Histamintoleranz?

Eine Abbaustörung des Histamins. Wir produzieren Histamin zum einen selbst im Körper, zum anderen nehmen wir es über Nahrungsmittel zu uns. Darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die Histamin im Körper freisetzen, es aber nicht selber enthalten (sogenannte Liberatoren). Histamin gehört zu den biogenen Aminen und ist z.B. für den Schlaf-Wach-Rythmus, die Magensäureproduktion und die Darmbewegungen verantwortlich. Leider weist die Forschung (noch) erhebliche Lücken bezüglich des Wissens über Histamin und damit der Intoleranz auf. Viele Ärzte kennen sich mit dem"Krankheits"bild überhaupt nicht aus (mir sagte sogar ein Arzt ins Gesicht, er glaube nicht, dass es eine Intoleranz gegen Histamin gebe. Als ich sagte, dass ich mit einer histaminarmen Ernährung kaum bis keine Symptome mehr habe, war er auf einmal ruhig). Da aber immer mehr Menschen darunter leiden, wird die Medizin hoffentlich verstärkt in diese Richtung forschen. 

Was kann ich nicht essen?

Da Histamin vor allem mit dem Essen aufgenommen bzw. freigesetzt wird, fragt ihr euch sicherlich, auf welche Nahrungsmittel ich verzichte. Angefangen bei Tomaten (ich bin kochfaul...mein tägliches Mittagessen bestand grundsätzlich aus Nudeln mit Tomatensauce. Ist es da ein Wunder, dass es mir so schlecht ging?!), Avocados, Thunfisch, Soja, Alkohol (meine Freunde freuen sich, weil ich neuerdings immer fahren kann :o), geräucherten Lebensmitteln über Nüsse, Schokolade (die weiße geht), gereiftem Käse bis hin zu Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Himbeeren, Kiwis und Eiweiß. Generell gehen daneben keine Zusatzstoffe sowie keine Geschmacksverstärker und damit keine Fertiggerichte jedweder Art. Außerdem habe ich für mich herausgefunden, dass ich Dinkel deutlich besser vertrage als Weizen, weshalb ich letzteres komplett meide. Auch Hefe und Sauerteig sollen bei Histaminintoleranz eine negative Rolle spielen. Da ich meinen Körper erstmal komplett entgiften will, verzichte ich auf diese beiden Zutaten ebenfalls. Das heißt im Umkehrschluss: Brot backen. Ich als bislang kompletter Küchenfeind. Am Anfang gewöhnungsbedürftig, jetzt schon gewöhnlich. Man lernt eben nie aus. 

Nicht zu vergessen: Stress spielt bei mir eine ganz große Rolle. Sobald ich gestresst, traurig oder verärgert bin, schüttet mein Körper sehr viel Histamin aus, so dass es mir schlecht geht. Wie ich diese "Anfälle" eindämmen kann, schreibe ich nochmal in einem gesonderten Post.

So viel zur Intoleranz. Das oben geschriebene ist nur ein kleiner Ausschnitt, auch die zu meidenen Lebensmittel sind nicht vollständig. Alles andere hätte hier aber den Rahmen gesprengt. Wer sich für das Thema interessiert, ist auf dieser Seite gut beraten: http://histaminintoleranz.ch/. Sie hat mich besonders am Anfang allumfassend informiert.